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Wo soll's denn hingehen?

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Fotos von meinen Reisen aus

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Schon immer habe ich mich dafür interessiert, wie es in der Welt aussieht. Schon als Kind habe ich davon geträumt, einmal eine Weltreise zu machen - so ganz weit weg. Je exotischer ein Ziel war und ist, desto interessanter finde ich es. Aber Reisen haben immer nur die anderen unternommen. Als Kind hatte ich Freunde, die nach Mallorca oder Gran Canaria flogen, wo es schön warm war. Wir dagegen fuhren in die Göhrde oder gar nicht in Urlaub. Zwar fand ich es in der Göhrde auch schön, aber es war nicht wirklich spektakulär. Ich wollte immer ins Ausland, am besten einmal mit dem Schiff von Bremerhaven nach England. Dort bin ich bis heute nie gewesen, und die Schiffslinie gibt es auch nicht mehr. Oder fliegen... Das fand ich gänzlich unerreichbar. Es stand außerhalb jeder Debatte. Geflogen sind immer nur die anderen - Leute, die Geld hatten. Aber ich wollte es unbedingt einmal. Ich habe mir vorgestellt, daß man mit dem Flugzeug in ganz exotische Gegenden fliegen kann, wo Palmen wachsen und die Sonne scheint. So sah für mich das Paradies aus. Als Kind habe ich es aber nur bis zur Besucherterrasse des Bremer Flughafens geschafft.
Als ich fast 10 Jahre alt war, bin ich dann wirklich einmal im Ausland gewesen. Es flatterte ein Werbeprospekt mit schönen Bildern von Bergen in unseren Briefkasten, und Mutti fragte, "soll ich Papa mal fragen, ob er mit Dir da hinfährt?". Was? Das kann sie doch nicht ernst meinen... Aber tatsächlich, Papa fuhr mit mir vier Tage in die Schweiz. Es war eine billige Werbefahrt für 149,- DM pro Person. Für mich war es aber ein Abenteuer. Durch ganz Deutschland sind wir gefahren, unermeßlich weit, und dann kamen wir an die Grenze. Hinter der Grenze war also das Ausland, und ich erwartete, daß dort alles ganz anders aussehen würde. Es war zu meiner Enttäuschung aber nicht so. Im Gegenteil, man sah fast gar nichts von der Grenze, nur ein paar graue, flache Gebäude, in denen der Busfahrer kurz verschwand. Es gab noch nicht einmal eine ordentliche Grenzabfertigung, wo ich meinen neuen Kinderausweis hätte vorzeigen können... Trotzdem war die Reise für mich wie ein Traum, und schon damals habe ich mit meiner Pocketkamera versucht, diesen Traum mit nach Hause zu nehmen.
In den Jahren darauf haben wir immer wieder Werbefahrten gemacht, und so kam ich auch bis Spanien und Italien - alles mit dem Bus. Später dann bin ich in den Semesterferien mit dem "Tramper-Ticket" der Bahn durch Deutschland gefahren - und immer wieder in die Schweiz. Dort finde ich es bis heute wunderschön. Aber ehe ich einmal mit dem Flugzeug fliegen konnte, dauerte es noch. Immer wieder hatte ich geguckt, ob man nicht wenigstens damit in die Schweiz fliegen könnte. Der Preis war aber immer außerhalb jeder Diskussion. Das fand ich sehr enttäuschend. Als ich dann aber 1995 eine Einladung zu einer Hochzeit nach Paris erhielt (ich war inzwischen im Referendariat, hatte also schon so etwas wie ein Gehalt), packte ich die Gelegenheit beim Schopfe. Es gab einen Direktflug von Bremen, den ich todesmutig gebucht habe. Ich war schon etwas aufgeregt - mindestens so wie vor meiner ersten Reise ins Ausland. Der Flug war toll, die Wolken von oben faszinierend - und ich war in noch nicht einmal 2 Stunden in Paris. Die 8 Stunden, die ich an Zeit dadurch gespart hatte, brauchte ich dann, um mich mit dem Gedanken vertraut zu machen, daß ich jetzt in Paris war. Ich fühlte mich irgendwie gebeamt... Und ich fühlte mich reich, weil ich mir ja bisher das Fliegen nicht leisten konnte.
Zwei weitere Male habe ich es dann geschafft, von Bremen nach Frankfurt zu fliegen - zurück natürlich auch. Erst Ende 2002 habe ich zum ersten Mal eine größere Reise gemacht und Europa verlassen. Meine Tante fragte mich, ob ich mit ihr nach Ägypten fliegen wollte. Ich überlegte erst intensiv, denn die Reise war nicht ganz billig. Die Neugier überwog dann aber natürlich. Daß ich am Ende doch ganz alleine geflogen bin, war natürlich nicht geplant. Meine Tante mußte leider wegen einer Lungenentzündung stornieren. Als ich davon erfuhr, war ich kurz davor, ebenfalls abzusagen. Was sollte ich denn alleine auf einer Reise - und dann auch noch in einem islamischen Land? Die beiden Nächte vor dem Abflug konnte ich natürlich nicht schlafen, und als ich dann ins Flugzeug stieg, war mir schon ziemlich komisch. Ich hatte sehr gemischte Gefühle. Wider Erwarten hat es mir aber sehr gut gefallen, und ich habe in der netten Reisegruppe schnell Anschluß gefunden. Auch das islamische Land war kein Problem. Die Ägypter sind sehr nett und aufgeschlossen - und sie bewachen ihre Gäste wie ihren Augapfel. 
Mir hat es sogar so gut gefallen, daß ich im darauffolgenden März schon wieder eine Reise gebucht hatte. Diesmal war ich ganz mutig. Bevor der Yangze durch die Stauung zuläuft, wollte ich nach China. Aber wieder machte eine Lungenentzündung mir einen Strich durch die Rechnung, diemal hieß sie SARS. Die Reise wurde leider abgesagt, und der Wasserspiegel des Yangze ist inzwischen um 135m gestiegen. Tja, es hat nicht sollen sein. Dafür bin ich dann spontan in Mexiko gewesen, im selben Jahr übrigens auch noch zweimal auf Malta... So oft wie 2003 bin ich in meinem ganzen Leben vorher noch nicht geflogen. Es gefällt mir aber immer noch - und ich fühle mich immer noch irgendwie gebeamt... 

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